Steinkohleabbau unter Dorsten

Der Steinkohleabbau unter Dorsten hat eine jahrhundertalte Tradition. Was bleibt? Der Untergrund von Dorsten ist löchrig wie ein Schweizer Käse, irreparable Umweltschäden und die latente Gefahr von Tagesbrüchen.

 

Geschichte des Bergbaus

Die Geschichte des Bergbaus bzw. des Steinkohleabbaus unter der Stadt Dorsten und unter den ihr angehörenden Stadtteilen soll an dieser Stelle nur skizziert werden und zu weiteren Recherchen im Internet und auf unserer Mitgliederseite animieren.

Für die Bergbautradition in Dorsten stehen die Namen Baldur, Fürst Leopold, Wulfen und Lippe.

Übersicht Abbaubereiche (dunkel dargestellt)

 

 

 

 

 

 

Der Steinkohleabbau unter Dorsten wurde im Jahre 1911 aufgenommen. Einzelne Berechtsame und daraus resultierende Abbaugenehmigungen wurden ausschließlich von verschiedenen privaten Investoren, wie z.B. Stinnes, durch den Aufbau von Fördertürmen und Luftschächten eindrucksvoll und unsere Landschaft prägend dokumentiert.

Obwohl bereits die Zeche Baldur im Jahre 1931 wegen fehlender Wirtschaftlichkeit stillgelegt wurde, ließen sich weitere Investoren nicht davon abhalten, den Steinkohleabbau im nördlichen Ruhrrevier weiter zu verfolgen.

Nun kurz zur konkreten Abbaugeschichte von Steinkohle unter Dorsten und den ihr aktuell angehörenden Stadtteilen:

Zeche Baldur, Dorsten Holsterhausen  (Eigentümer: u.a. Gewerkschaft Trier)

1911   Beginn der Kohleförderung auf der Zeche Baldur
1931   Einstellung der Förderung wegen fehlender Wirtschaftlichkeit

Die Berechtsame und Grubenfelder sowie die Schächte wurden von Fürst Leopold übernommen.

Der Abbau unter Holsterhausen wurde durch Fürst Leopold im Jahre 2000 eingestellt.

Der Schacht der Zeche Baldur wurde 2002 verfüllt.


Zeche Fürst Leopold / Hervest Dorsten
(Eigentümer ab 1918: Eisen- u. Stahlwerke Hoesch AG)

1912  Beginn der Kohleförderung auf der Zeche Fürst Leopold
2001  Einstellung der Kohleförderung auf Fürst Leopold

Die Zeche Fürst Leopold, später Fürst Leopold Wulfen, betrieb ihren Abbau unter dem Stadtsfeld, südlich der Stadtmitte und unter Holsterhausen.


Zeche Wulfen, Wulfen-Barkenberg (Eigentümer: u.a. Mathias Stinnes AG)

1964   Beginn der Kohleförderung auf der Zeche Wulfen
1970   Zusammenschluss der Zeche Wulfen mit der Zeche Fürst Leopold
1981   Einstellung der Kohleförderung auf der Zeche Wulfen

Der Abbau unter Wulfen wurde im Jahre 2000 eingestellt, gleichzeitig wurden die vorhandenen Schächte verfüllt.


Bergwerk Lippe (Eigentümer: RAG, Zusammenschluss der Bergwerke Fürst Leopold Dorsten und Westerholt Gelsenkirchen)

1998 Gründung des Bergwerks Lippe aus den bisherigen Bergwerken Fürst Leopold und Westerholt
2005 Verbindung der Infrastruktur der Bergwerke Fürst Leopold und Westerholt
2006 Rahmenbetriebsplanverfahren zum Abbau von Steinkohle in den Abbaufeldern Polsum Nord und Polsum Süd von 2006 bis 2010
   
2008 Vorzeitige Stilllegung des BW Lippe wegen andauernder Proteste aus der Bevölkerung unter der Führung der BISBU.

 

Vor der Gründung der RAG im Jahre 1968 wurde Steinkohle durch viele private Zechen abgebaut. Bereits im Jahre 1957 war erkennbar, dass sich Steinkohle in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich fördern lässt, weil die Förderkosten in Deutschland im Vergleich zu den Weltmarktpreisen viel zu hoch waren. Das Ruhrrevier war nicht nur durch Russ und ständigen Dunst gekennzeichnet, sondern auch durch Kohlehalden. Über Feierschichten wurde versucht, die Fördermenge zu verringern. Da auch diese Maßnahme die erhoffte Wirkung auf dem Kohlemarkt verfehlte, setzte eine Welle von Zechenstilllegungen ein. Zur Vermeidung von Massenentlassungen entschied sich die Politik für den subventionierten Steinkohleabbau in Deutschland. Als Auffanggesellschaft für nicht mehr wettbewerbsfähige Bergbauunternehmen wurde die Ruhrkohle AG, ein Kind der Kohlekrise, 1968 gegründet. Erst im Jahre 2018 wird der subventionierte Steinkohleabbau in Deutschland eingestellt. 

Bis zum Jahre 2018 werden dann mehr als 300 Milliarden € in den subventionierten Steinkohlebergbau geflossen sein. Dazu kommen die alle künftigen Generationen jeweils ein Leben lang belastenden  Ewigkeitsschäden, Bergschäden und trotz Tiefenabbau vermehrt eintretende Tagesbrüche.